Die wichtigsten Kaffee Anbauländer

Die Kaffeepflanze wird in rund 50 Ländern weltweit angebaut. Neben Afrika, woher der Kaffee ursprünglich stammt, befinden sich viele Anbaugebiete auch in Asien, Südamerika und Mittelamerika. Im Folgenden findest du alle wichtigen Informationen, welche du über die Herkunft, die Lage und den Anbau des Kaffees wissen musst.

Geographische Lage der Anbaugebiete

Kaffee ist nicht nur ein Getränk, sondern der deutsche Name der Pflanzengattung Coffea. Diese enthält 124 verschiedene Pflanzenarten, wovon 9 Arten, eine Varietät und eine botanische Sorte angebaut werden. Davon sind nur drei Arten von wirtschaftlicher Bedeutung. Namentlich der Arabica Kaffee, Coffea arabica, der Robusta Kaffee, der früher Coffea robusta hieß, jedoch aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Coffea canephora umbenannt wurde sowie der Liberica Kaffee, Coffea liberica. Während der Arabica und der Robusta Kaffee weit verbreitet sind, hat der Liberica Kaffee nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung.

Arabica Kaffee stammt ursprünglich aus Äthiopien aus Höhenlagen zwischen 1000 und 3000 Höhenmetern. Robusta Kaffee stammt aus Zentralafrika und wächst dort im Tiefland bis 700 Höhenmetern. Arabica Kaffee wird heutzutage in rund 50 Ländern weltweit angebaut. Die Anbaugebiete liegen zwischen 23° nördlicher sowie 25° südlicher Breite, was ungefähr der geografischen Definition der Tropen entspricht. Robusta Kaffee ist wesentlich stärker auf ein feucht-warmes Klima angewiesen und gedeiht in den weltweiten Anbaugebieten nur bis 10° nördlich und südlich des Äquators. Coffea canephora wächst am besten bei warmen Temperaturen von 24 °C – 26 °C. Coffea arabica bevorzugt kühlere Temperaturen zwischen 18 °C und 22 °C.

Entsprechend der Höhe des Vorkommens über dem Meeresspiegel findest du auch die Unterscheidung in Hochland- und Tieflandkaffee. Dabei handelt es sich, wie bereits angeschnitten, um Arabica bzw. Robusta Kaffee.

Auch die Bedeutung beider Arten ergibt sich aus den genannten Daten sowie der Bekömmlichkeit von Arabica Kaffee. Da Arabica kühlere Temperaturen verträgt, kann er in mehr Regionen angebaut werden als Robusta. Arabica Kaffee macht 70 % der weltweiten Kaffeeproduktion aus und Robusta Kaffee 28 %. Die übrigen 2 % werden von den übrigen Kaffeesorten und Varietäten ausgemacht und sind für den Weltmarkt bedeutungslos.

Kaffeeanbau in Mittel- und Südamerika

In Amerika gibt es die meisten Länder, in denen Kaffee in großem Maßstab angebaut wird. Die wichtigsten davon, die du kennen solltest, sind Mexiko, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Peru und Brasilien.

Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent weltweit. Es gibt knapp 290.000 Kaffeebauern, welche jährlichen etwa 2,7 Millionen Tonnen Kaffee produzieren. Dies ist etwa ein Drittel der weltweiten Kaffeeproduktion. Jedoch werden nur etwa 20% der Kaffeeernte exportiert.

Kolumbien ist mit etwa 655.000 Tonnen zweitgrößter Kaffeeproduzent Amerikas und viertgrößter weltweit. Dabei handelt es sich um besondere Arabica Sorten, welche einen geringen Koffein- und Säuregehalt aufweisen. Kolumbianischer Kaffee ist deshalb besonders bekömmlich und du findest kaum ein anderes Land mit so hochwertigem Kaffee.

Honduras ist der sechstgrößte Produzent mit etwa 245.000 Tonnen. Das kleine Land hat nur wenige Regionen, welche für den Anbau von Robusta Kaffee geeignet wären. Trotzdem sind die Robusta Erträge stabiler und wirtschaftlich bedeutender.

Peru ist achtgrößter Kaffeeproduzent und fünftgrößter Exporteur von Arabica Kaffee. Der Ertrag von ca. 260.000 Tonnen besteht zu 70 % aus Arabica Bohnen der Sorte Typica und 20 % aus der Sorte Caturra. Die restlichen 10 % bestehen teilweise aus Robusta.

Im mittelamerikanischen Guatemala verhält es sich ähnlich wie im Nachbarstaat Honduras. Der Ertrag von ca. 255.000 Tonnen besteht zu großen Teilen aus Arabica, jedoch fördert selbst die Regierung den Anbau des ergiebigeren und wirtschaftlich wichtigeren Robusta Kaffees.

Mexiko ist der zehntgrößte Kaffeeproduzent weltweit mit über 230.000 Tonnen Jahresproduktion. Dr Arabica Kaffee war bei den Bauern beliebter, jedoch hat vor wenigen Jahren eine Pilzerkrankung die Ernte stark dezimiert, wodurch auch hier Robusta Kaffee gefördert wird. Wenn du Kaffee speziell aus den drei betroffenen Ländern kaufst, solltest du den Bauern zuliebe Robusta Kaffee vorziehen.

Kaffeeanbau in Asien

Hier sind nur drei Staaten als Kaffeeproduzenten besonders wichtig, nämlich Vietnam, Indonesien und Indien, als zweit-, dritt- und fünftgrößter Produzent weltweit.

Vietnam produziert knapp 1,5 Millionen Tonnen Kaffee jährlich, wovon fast der gesamte Ertrag aus Robusta besteht. Dadurch bestimmt das Land maßgeblich die Preise für Robusta Kaffee. Da diese Bohnen mehr Koffein enthalten, findest du zu großen Teilen vietnamesischen Kaffee in starken Zubereitungen wie Espresso.

Indonesien hat einen Jahresertrag von knapp 700.000 Tonnen Kaffee. Da es sich um einen vergleichsweise flachen Inselstaat handelt, entfällt auch hier ein Großteil der Ernte auf Robusta.

Indien ist ein geografisch vielfältiges und großes Land, welches rund 620.000 Tonnen Kaffee produziert. Mit fast 65.000 Tonnen entfallen zumindest 20 % auf Robusta.

Kaffeeanbau in Afrika

In der Heimat des Kaffees sind Äthiopien, Kenia und Tansania besonders bedeutende Produzenten.

Äthiopien steht mit 270.000 Tonnen auf Platz 7 im weltweiten Vergleich. Als Ursprungsland des Arabica Kaffees produziert es diesen hauptsächlich. Es ist das wichtigste Exportgut und Deutschland ist der größte Importeur.

Tansania produziert über 71.000 Tonnen Kaffee – Platz 19 weltweit. Das Verhältnis liegt mit 70 % Arabica nah an der globalen Produktion obwohl von 10 Anbaugebieten nur in einem Robusta angebaut wird. Hier wird für den Lokalgebrauch eine weitere Kaffee-Art, Coffea zanguebariae, angebaut.

Kenia produziert lediglich 60.000 Tonnen Arabica Kaffee jährlich und ist damit nicht mehr unter den 20 größten Produzenten. Trotzdem solltest du dieses Land kennen, da es neben Kolumbien den hochwertigsten Kaffee produziert.

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