Jeder von uns kennt den ein oder anderen Kaffeeanhänger. Wir sprechen von jene Menschen, die ohne ihre Tasse Kaffee nicht aus dem Bett kommen, über das Nachmittagstief keine Schokolade, sondern eine (oder zwei) Espresso benötigen und bei keinem Coffee-To-Go-Laden vorbeigehen können, ohne sich das frischgebrühte Aroma im Becher mitzunehmen. Wir wollen heute mit einigen Mythen um den Kaffee-Kult aufräumen und uns fragen, woher kommt die Liebe für die heißen Bohnen? Bringt Kaffee wirklich mehr Energie und wie gesund ist das Getränk eigentlich wirklich?

Woher stammt der Kaffeekult? 

Schon im 9. Jahrhundert wurden die leckeren Kaffeebohnen zum ersten Mal in geschriebenen Werken erwähnt. Die Kaffeepflanze stammt aus dem heutigen Äthiopien und soll einer Legende nach von einem Ziegenhirten entdeckt worden sein, der seine Tiere an einer unbekannten Pflanze mit weißen und roten Beeren knabbern sah. Er wagte sich selbst an die Früchte und spürte die belebende Wirkung direkt. Später wurden aus den Bohnen erste Aufgüsse gemacht und nach dem Trinken stellten viele fest, dass sie plötzlich länger wach bleiben und bis in die Nacht Gespräche führen konnten. Zum ersten Handelszentrum für Kaffee wurde die Hafenstadt Mocha, dort wurde der Kaffee so zubereitet, wie wir es heute von dem türkischen Kaffee kennen.

Dabei wurde die Bohne gemahlen und direkt mit Wasser aufgegossen, der „Sand“ setzt sich dabei unten in der Tasse ab. Nach Europa kam Kaffee schließlich im 16. Jahrhundert und zählte lange Zeit als Luxusgut. Getrunken wurde er von Adeligen in Versailles und anderen Königshäuser, damals mit jeder Menge Zucker. Auch Wiener Kaffeehäuser begannen zu eröffnen und starteten eine lange Tradition, die bis heute währt. Dass Kaffee von allen Gesellschaftsschichten getrunken werden konnte, hat lange gedauert. Tatsächlich ist das Gut erst im 21. Jahrhundert für die meisten Menschen erschwinglich geworden. Seither schwören einige Kaffeetrinker auf das heiße Brühgetränk als wäre es ein Lebenselixier. Aber wie viel Energie verleiht Kaffee eigentlich wirklich?

Kaffeebohnen
Photo by Mike Kenneally; CC0 Public Domain

Bringt Kaffee wirklich mehr Energie?

Der Wirkstoff in Kaffee, der uns das Gefühl verleiht, mehr Energie zu haben, ist Koffein. Tatsächlich kann Koffein auch wissenschaftlich eine belebende Wirkung nachgewiesen werden, denn es blockiert Adenosin, ein Molekül im Körper, das uns müde macht. Wird Adenosin ausgestoßen, werden Neurotransmitter wie Dopamin oder Noradrenalin blockiert, die uns wiederum wach und aufmerksam machen. Durch die Blockade des Koffeins werden wir also nicht müde. Nun stellt sich jedoch die Frage: Ist nicht müde gleich mehr Energie? Nicht unbedingt. Wer die ersten Morgenstunden schneller in die Gänge kommen möchte oder die letzten Arbeitsstunden durchstehen muss, der kann sich mit Koffein gut wachhalten. Wer jedoch langanhaltende Energie für einen Wettkampf oder ein Training benötigt, bei dem der Körper wirklich mehr Kraft einsetzen muss, der sollte nicht ausschließlich auf Kaffee vertrauen. Hier empfehlen viele Experten grüne Säfte, die mit vitaminreichen Gemüsesorten wie Spinat und Grünkohl, sowie zahlreichen Superfoods wie Maca-Pulver und Chiasamen versetzt sind. Mit einem Löffel Eiweißpulver kommt der Körper richtig in Fahrt. Wer trotzdem seine Tasse Kaffee genießen möchte, kann dies bedenkenlos tun, wichtig ist jedoch, dass man nicht zu viel Koffein konsumiert, da dies zu Nervosität und Gereiztheit führen kann und langfristig sogar richtig müde macht.

Röstung und Sorte – Was ist wichtig für den Geschmack? 

Für Kaffeelaien mag es manchmal etwas abgehoben klingen, wenn man besonders viel Wert auf eine besondere Sorte oder Röstung legt, diese macht jedoch wirklich einen großen Unterschied. Die beliebtesten Sorten sind Arabica und Robusta. Tatsächlich sollen rund 70% der Kaffeebohnen auf dem Markt aus ersterem bestehen, die restlichen 30% aus Robusta und anderen Sorten wie Excelsa oder Liberica, die nur in ganz kleinen Prozentsätzen vorhanden sind. Bei den Röstungsverfahren unterscheidet man zwischen einer kurzen und einer Langzeitröstung. Üblicherweise wird in einer Trommel geröstet, dies dauert nur zwischen acht bis 25 Minuten. Weiters wird zwischen einer hellen und einer dunklen Röstung unterschieden. Die helle Röstung eignet sich für Filterkaffee und wird mit milden Temperaturen durchgeführt. Bei der dunklen Röstung setzt man auf mehr Hitze und längere Röstzeit. Dies eignet sich perfekt für den Espresso. Geschmacklich macht sowohl die Röstung als auch die Sorte einen großen Unterschied, denn hier kann man zwischen unterschiedlichen Säuregraden unterscheiden und z. B. auch Bitterstoffe vermeiden.

Von der Zeit des Luxusgetränks für Adelige bis hin zum klassichen Heißgetränk sind viele Jahrzehnte vergangen. Kaffee ist für viele Deutsche das erste Lebensmittel, das sie in der Früh konsumieren. Für viele scheint es sogar der einzige Weg zu sein, um aus dem Bett zu kommen. Tatsächlich hält Kaffee für einige Zeit wach und kann helfen, die morgendlichen Schlafhormone in den Griff zu bekommen. Auch die Liebe zu einer besonderen Sorte oder Röstung ist berechtigt, denn sie beeinflusst den Geschmack maßgeblich.